Buchtipp: Kochschule
Buchtipp

Freche und überraschende Rezepte sowie jede Menge Tipps für eine mühelosere Küche vom schillernsten Mitglied der „Jungen Wilden“.
Buchkritik von Martina Tschirner.
„Wow, diesen Typ möchte ich mal kennenlernen“, kommt mir als erster Gedanke beim Durchblättern dieses Buches in den Kopf. Und mich von ihm bekochen lassen. Gut, Lasagne vom Rinderfilet mit gebratenen Gemüsen, eines seiner Rezepte für Einsteiger, würde ich auch selbst hinbekommen. Aber Tunfisch-Orangen-Tortelloni, die er zu Loup de mer und Staudensellerie vorschlägt, erfordern doch einiges mehr an Fingerfertigkeit.
Außerdem wäre ich gespannt auf eine neue, noch wildere Variante, die mir Marquardt bei seiner Zubereitung garantiert anbieten würde. Die Gerichte, die er in seiner Kochschule zum Nachkochen beschreibt, sind von der Zusammenstellung her oft ungewöhnlich. Absoluter Eyecatcher, an dem ich als Leserin hängenbleibe: Champagnerkutteln mit Zander und Blutwurst, und das unter der Rubrik „klassisch“! Soll fantastisch schmecken – selbst herangewagt habe ich mich noch nicht.
Trotz teils wilder Kompositionen bei den Rezepten sind Stefan Marquards Grundlagentipps sehr solide. Er versteht sein Handwerk. So empfiehlt er z.B. für Carpaccio lieber Rinderhüfte als das teure Filet zu nehmen. Überzeugend auch sein aromatischer „Rumfort“-Fond aus Resten, der nach dem Motto „was rumliegt und fort muss“ funktioniert. Ökonomie in der Küche, die mir gut gefällt.
Meine Meinung
Ein Spitzenbuch für alle neugierigen Hobbyköche, die gern mal frischen Wind in ihrer Küche spüren wollen. Und eine gute Schule dazu. Mein Lieblingssatz des Lehrers: „Ein cleverer Koch erledigt seine Arbeit so schnell, so genial und so faul wie möglich!“
