Buchtipp: KochDichTürkisch – SOFRAlar: Türkische Familienrezepte mit Videos
Buchtipp

Modern von der Idee bis zur Umsetzung
Ein Kochbuch 2.0: Eine kleine Gruppe leidenschaftlicher Hobbyköche,die die Liebe zur türkischen Küche eint,sammelt über das Web Geld, schreibt damit ein Kochbuch und dreht einige Rezepte als Kochanleitungen in Form von Videos. Und es gelingt ihnen alles.
Die türkische Küche gilt als eine der abwechslungsreichsten der Welt. In der Türkei treffen sich orientalische und abendländische Kultur. Nicht nur in der Politik und in den Künsten, sondern auch in der Küche und auf dem Teller.
Kultur im Inhalt
Das Buch enthält über 80 Rezepte der türkischen Küche für den Alltag und komplette Menüs. Die Menüs spielen in der türkischen Kultur eine wichtige Rolle. Im Türkischen heißen sie „Sofralar“ und geben dem Kochbuch seinen Namen.
Alltagstaugliche Kapitel
Das Buch ist in sieben Sofras, also Essenstafeln, eingeteilt. Jedes Kapitel lädt zum Kennenlernen sowohl pikanter als auch süßer Rezepte ein.
Die Kapitel sind unterteilt in:
- Menü mit der Familie.
- die Tafel mit Gästen,
- eines für die Teestunde,
- die Frühstückstafel,
- die Raki-Tafel (türkische Version spanischer Tapas und griechischer Meze),
- Rezepte für das Picknick und zum Grillen und
- zum Schluss Speisen zum Fastenbrechen im Ramadan.
Ein paar Rezeptbeispiele
Die Rezepte spiegeln die Vielfalt der türkischen Küche wieder. Ich liste einige Rezeptbeispiele aus dem Buch auf:
- Almsuppe,
- Lauchgemüse in Olivenöl,
- Hähnchen´aus dem Ofen,
- türkischer Tee selbstgemacht,
- weißer Bohnensalat,
- süßes Gebäck in Sirup,
- Engelshaar,
- türkischer Mokka selbstgemacht,
- Leber auf albanische Art
- Quitten im Sirup,
- Auberginensalat,
- Hummus selbstgemacht,
- Zucchinipuffer und
- mit Hackfleisch gefüllte Bulgur-Klöße..
Der erste Eindruck: Stil und Gestaltung
Die Rezepte sind leicht verständlich geschrieben und können im eigenen Haushalt leicht nachgekocht werden. Die Fotos sind professionell. Die Gerichte erscheinen auf den Fotos sehr appetitlich. Die gesamte Gestaltung des kleinen Buches ist ansprechend.
Rezepte in Videos
Doch es kommt noch mehr: Zu 22 Rezepten drehten die Autoren Videos. Sie zeigen in sehr guter Qualität die Zubereitung der ausgesuchten Gerichte. Die Videos sind öffentlich auf YouTube erreichbar. Im Buch sind nicht nur ihre Webadressen als Text, sondern auch als QR-Code für das bequeme Einscannen in den Smartphone abgedruckt.
Hier ein Beispiel-Video: Rezept „Kadιnbudu Köfte: Frauenschenkel“
Der zweite Eindruck: Details
Mir gefällt an diesem Buch, dass die Autoren auf eine persönliche Art etwas von der türkischen Esskultur zeigen. Mir gefällt auch, dass die Namen der Gerichte auch in türkischer Sprache beschriftet sind. Und um diese Namen richtig auszusprechen, steht immer eine Aussprachehilfe dabei.
Im hinteren Teil des Buches erklärt ein Glossar die türkischen Küchenbegriffe. Eine kurze Liste erläutert außerdem noch mal die Aussprache einzelner türkischer Buchstaben.
Welche Gericht miteinander kombiniert werden, ist jedem überlassen. Die Kapitel stellen zwar Gerichte zu einem Menü zusammen. Doch die Zusammenstellungen sind als Empfehlungen gedacht. Grundsätzlich gibt es große Freiheiten beim Kombinieren je nach Vorlieben und Geschmack.
Damit es leicht fällt, den Aufwand einzuplanen, hat jedes Rezept eine kleine Checkliste. Sie zeigt den Aufwand, die Dauer der Vorbereitung, der Zubereitung, Anzahl der Personen und passende Speisen auf einen Blick.
Ich bin von diesem Buch begeistert. Es ist zwar klein, aber es macht immer Spaß, darin zu blättern und alltagstaugliche Rezepte zu finden. Ich habe nur zwei Dinge vermisst:
- ein deutschsprachiges Rezeptverzeichnis und
- Untertitel in den Videos für Hörgeschädigte und Migranten.
Finanziert durch Interessenten: Crowdfunding
Das notwendige Kapital, um das Buch umsetzen zu können, sammelten die Autoren über das Internet. Auf der Plattform startnext stellten sie ihr Ziel vor, dieses Kochbuch herauszubringen. Viele waren daran interessiert. Jeder Interessent gab der Gruppe einen kleinen Geldbetrag. Bald war genug Kapital zusammengekommen, und das Buch und die Videos konnten produziert werden. Das ist Crowdfunding: Kapitalbeschaffung über das Internet mithilfe privater Interessenten.
Meine Meinung
„KochDichTürkisch – Sofralar“ ist für jeden Hobbykoch eine Bereicherung mit authentischen türkischen Rezepten.
