Buchtipp: Alte Gemüsearten neu entdeckt

Buchtipp

Reich bebilderter Ratgeber, um alte Gemüsesorten neu kennenzulernen.
Wußten Sie, dass bei einer Kartoffelausstellung in Thüringen im Jahr 1875 über 2.640 Sorten zu bewundern waren, heute jedoch nur noch 25 Kartoffelsorten angebaut werden? Die Industrialisierung machte viele Gemüse- und Obstsorten bedeutungslos. Entweder brachten diese Pflanzen nicht genug Ertrag im Vergleich zum Aufwand oder sie waren nicht maschinell zu ernten. Zu Unrecht, denn gerade diese Pflanzen lassen Feinschmeckerherzen höher schlagen und gelten zusätzlich als sehr gesund. Heute werde mehr und mehr „vergessene“ Pflanzen wieder entdeckt.
Die Landwirtin Heide Haßkerl stellt in ihrem Buch „Alte Gemüsearten neu entdeckt“ über 20 Pflanzen vor, die jedermann im eigenen Garten anbauen kann. Manche dieser Sorten sind auch auf dem Markt erhältlich, wie der Topinambur, Mangold und die Mairübe. Ob man sie nach den Anbautipps aus dem Buch selber aufzieht oder auf dem Markt kauft: Mit über 70 Rezepten ist das Buch auch ein feines Kochbuch für feine Genüsse. Bei über 120 Farbfotos schaut man gerne immer wieder in den kleinen Ratgeber rein.
Die Autorin gibt leicht verständliche Anbauanleitungen und Rezepte für Topinambur (auch: Erdbirne, Erdartischocke), Helianthi, Blaue Kartoffel, Pastinak, Zuckerwurzel, Haferwurzel, Schwarzwurzel, Nachtkerze, Mairübe (auch: Wasserrübe, Stoppelrübe), Stielmus, Herbstrübe (auch: Steckrübe, Kohlrübe bzw. Wruke), Teltower Rübchen, Melde, Guter Heinrich, Quinoa (auch: Reismelde), Erdbeerspinat, Mangold, Sojabohne, Dicke Bohne (auch: Puffbohne), Spargelerbse, Mauswicke, Buchweizen und Portulak (auch: Burzelkraut).
Der Anhang enthält einige Adressen von Saatgutbanken und Saatgutversandhändlern. Die „vergessenen“ Gemüsesorten sind somit nicht nicht „verloren“. Jeder Garten kann ihnen eine neue Geltung verschaffen.
Meine Meinung
Kleines, aber feines Gartenbuch und Kochbuch für alte Gemüsesorten.