Buchtipp: Grünes Eiweiß: 60 vegane und vegetarische Rezepte

Buchtipp

Immer genug Eiweiß mit pflanzlichen Lebensmitteln? Ja!
Die Autorin und diplomierte Ernährungsberaterin Ulli Goschler stellt in ihrem Buch „Grünes Eiweiß“ Lebensmittel in den Vordergrund, die einen hohen pflanzlichen Eiweißanteil haben. Sie gelten daher als wertvolle pflanzliche Alternative zu Fleisch oder Fisch.
Gerade für Veganer und Vegetarier gibt es im Buch praxisgerechte Hinweise, die mit der Mär, Fleisch sei notwendig für die Eiweißzufuhr, aufräumen.
Frau Goschler bringt ihr fundiertes Wissen in dieses Buch ein, zum Beispiel die Daten über die sogenannte die „Biologische Wertigkeit“ der Zutaten.
Die biologische Wertigkeit eines Lebensmittels sagt etwas darüber aus, wie effizient der Körper aus der Zutat körpereigenes Eiweiß herstellen kann. Je mehr Zutaten mit hoher biologischer Wertigkeit eingenommen werden, desto mehr Eiweiß hat der Körper.
Die Autorin stellt mit Hilfe dieser Eigenschaft effektive Eiweißlieferanten in den einleitenden Kapiteln vor:
- Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen, Erbsen und Kichererbsen
- Erdnüsse
- Pilze
- Getreide mit hohem Eiweißgehalt wie Quinoa, Hirse und Hafer
- Nüsse und Samen wie der Mohn, Cashewkerne und Sesam
- sowie Algen.
Diese Informationen zusammen mit den Rezepten ergänzen Ernährungspläne, in denen Wurst, Fleisch und Fisch bewusst nicht aufgenommen werden, um neue Anregungen und Ideen. Davon profitieren Trennkost und Diäten wie „Schlank im Schlaf“ für Vegetarier.
Die Gliederung
Das Buch „Grünes Eiweiß“ ist praxisgerecht aufgeteilt in die Kapitel:
- Einleitung (einschließlich Warenkunde zu den Eiweißträgern)
- Vorspeisen & Suppen
- Salate, Pestos & Aufstriche
- Hauptspeisen & Beilagen
- Desserts
Angenehm fällt auf, dass die Texte nicht auf schwer zugänglichen akademischen Niveau geschrieben sind, sondern leicht verständlich.
Das Buch verwendet österreichische Küchenbegriffe und Zutatennamen, setzt jedoch gezielt die deutschen Entsprechungen ein. Somit können es auch Leser aus Deutschland verstehen.
Die Rezepte
Die darin vorgestellten Rezepte sind geeignet für Vegetarier und Veganer. Einige davon sind zusätzlich als laktosefrei und glutenfrei gekennzeichnet.
In der Rezeptausweahl zeigt die Autorin eine bodenständige Kreativität. Österreichische Hausmannskost ist erweitert um Zutaten aus aller Welt, besonders aus der mediterranen und asiatischen Küche.
Eine Auswahl der vegetarischen und veganen Rezepte aus dem Buch:
- Polentatürmchen mit Zitronen-Linsen-Creme
- Eierschwammerl-Bohnensuppe
- Bunter Dinkelnudelsalat mit Kidneybohnen und Orangen
- Linsen-Radieschen-Raita
- Emmer-Linsen-Aufstrich mit Oliven
- Kichererbsen mit Bärlauch auf spanische Art
- Lasagne mit Pilzen, Spinat und Nuss-Béchamel-Sauce
- Schwarzes Bohnenpüree mit Chili und Schafskäse
- Waldviertler Dinkel-Mohnnudeln
- Quinoa-Apfel-Auflauf mit Rosinen
Darunter sind Rezepte mit nicht so bekannten Zutaten wie Emmer, Château-Linsen, Schwarzaugenbohnen oder die äthiopische Berbere-Gewürzmischung. In der Regel findet man sie nicht im Supermarkt.
Wahrscheinlicher ist es, sie in einem großen Bio-Supermarkt oder einem Asia-Laden zu finden. Im Web findet sich außerdem nach eine Suche immer ein Onlne-Shop für diese nicht alltäglichen Zutaten.
Die nicht-alltäglichen Zutaten mögen zwar nicht leicht zu finden sein, doch sie erweitern das Genusserlebnis und bieten neue kulinarische Entdeckungen.
Die Gestaltung
Die grafische Aufmachung von „Grünes Eiweiß“ gefällt mir sehr gut: Sie wechselt durch das Buch zwischen sachlich-aufgeräumt und natürlich-verspielt. Ganzseitige, gelungene Fotos der Rezepte ergänzen die leicht lesbaren Texte.
Meine Meinung
„Grünes Eiweiß“ halte ich für einen wertvollen Ratgeber für alle, die mal auf Fleisch und Fisch verzichten und doch aus fachlicher Hand neue Anregungen für Eiweißquellen kennenlernen wollen.